HHU StartFakultätenWiWi FakultätLehrstühleProf. Dr. Guido FörsterStudium/LehreInformationen zum Studium der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre

Informationen zum Studium der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre

Gegenstand der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre

Die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre untersucht die Probleme, die sich für Unternehmungen aus der Existenz der Besteuerung ergeben. Hierzu werden zunächst die Auswirkungen der Besteuerung auf betriebliche Entscheidungen analysiert (Steuerwirkungslehre). Aufbauend darauf werden Handlungsalternativen zur Erreichung der unternehmerischen Ziele entwickelt, mit denen negative steuerliche Wirkungen vermieden werden können (Steuergestaltungslehre). Ein dritter Bereich beschäftigt sich schließlich mit Anregungen an die gesetzgebenden Körperschaften zur Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen in ökonomischer Hinsicht (Normative betriebswirtschaftliche Steuerlehre).

Notwendige Voraussetzung für alle drei Teilbereiche der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist die Kenntnis der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, d.h. der einzelnen relevanten Steuerarten, Gesetzestatbestände, Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen.

Die Vermittlung steuerrechtlicher Kenntnisse bildet eine Grundvoraussetzung, jedoch nicht den Schwerpunkt dieses Fachs. Im Mittelpunkt stehen vielmehr ökonomische Sachverhalte, deren Besteuerungswirkungen und Gestaltungsalternativen, wie z.B. die Rechtsformwahl und die Nachfolgeplanung mittelständischer Unternehmen, steuerliche Fragen der Organisationsstruktur von Konzernunternehmungen, der Unternehmensfinanzierung und des Unternehmenskaufs, die Verwertung von Verlusten sowie Probleme der Internationalisierung der Geschäftstätigkeit.

Studienziele

Das Studium der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre soll die Fähigkeit vermitteln, die steuerlichen Konsequenzen, die aus betrieblichen Entscheidungen resultieren, systematisch und sachgerecht zu bestimmen. Die Studierenden sollen hierdurch in die Lage versetzt werden, aus betrieblichen Handlungsalternativen unter Einbeziehung der steuerlichen Konsequenzen die zielkonforme Alternative auszuwählen und Handlungsalternativen zur Erreichung von betrieblichen Zielen unter Vermeidung ne-
gativer steuerlicher Wirkungen zu erkennen. Schließlich soll das Urteilsvermögen so geschult werden, dass die Studierenden die für den Bereich der Unternehmensbesteuerung relevanten Steuerrechtsnormen unter betriebswirtschaftlichen und juristischen Gesichtspunkten kritisch würdigen können.

Berufliche Möglichkeiten und Chancen

Das Studium der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist eine sinnvolle Vorbereitung für die Tätigkeit im Bereich der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe, aber auch für die Beschäftigung in der
Steuer- und Finanzabteilung, dem Rechnungswesen oder dem Controlling von Industrieunternehmen, Banken oder Versicherungen. Der Beruf des Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers kann selbständig oder im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden. Eine selbständige Tätigkeit im Bereich der Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung setzt die erfolgreiche Ablegung des Steuerberaterexamens bzw. des Wirtschaftsprüferexamens voraus. Um das Steuerberaterexamen ablegen zu können sind mindestens zwei Praxisjahre nach dem Masterexamen oder drei Praxisjahre nach dem Bachelorexamen erforderlich. Frühestens nach einem weiteren Jahr Prüfungstätigkeit kann das Examen zum Wirtschaftsprüfer abgelegt werden. Die Zulassungsvoraussetzungen und Prüfungsgebiete für diese Be-
rufsexamina können dem Steuerberatungsgesetz bzw. der Wirtschaftsprüferordnung entnommen werden.

Eine Verpflichtung, eines oder beide Berufsexamina abzulegen, besteht nur, sofern eine selbständige Tätigkeit angestrebt wird. Dennoch werden die Berufsexamina für eine berufliche Tätigkeit in der Branche gern gesehen.

Nicht selten erfolgt nach beruflichen Erfahrungen im Bereich der Steuerberatung und/oder Wirtschaftsprüfung ein Wechsel in die Finanz- oder Steuerabteilung oder das Rechnungswesen von Industrieunternehmen, Banken oder Versicherungen; auch in diesen Fällen werden die Berufsexamina als Qualifikation hoch geschätzt.

Das Berufsbild des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers hat sich mit dem technischen Fortschritt in den letzten Jahren stark gewandelt. Die zunehmende Automatisierung der Arbeitsbereiche führt dazu, dass vor allem Aufgaben im Bereich der betrieblichen Steuerplanung und -gestaltung in den Vordergrund rücken, wobei grenzüberschreitende Aspekte an Bedeutung gewinnen.

Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und der durch neue Gesetze sich immer mehr erweiternden Beratungs- und Prüfungsfelder sind die Chancen, im Bereich des Steuerwesens eine adäquate Stellung zu bekommen, äußerst günstig. Zwar liegen die Anfangsgehälter traditionell etwas unter den in der Industrie gezahlten Gehältern, jedoch sind die Entwicklungschancen vor allem nach dem Bestehen der Berufsexamina zum Steuerberater oder/und Wirtschaftsprüfer exzellent.

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